Die Wiederentdeckung einer alten Wissenschaft

Die Astromedizin beruht auf dem uralten Wissen, dass der Mensch ein Abbild des Kosmos ist. Alles, was sich am Himmel zeigt, findet seine Entsprechung im irdischen Leben – auch im menschlichen Körper. Hermes Trismegistos kannte dieses Prinzip und fasste es in die Worte:
„Wie oben, so unten – wie innen, so außen.“
Etwa 300 vor Christus schuferdie Urform der Astrologie in Verbindung mit Medizin und beschrieb die Entsprechungen der Tierkreiszeichen und Tierkreisgrade zu Körperteilen und Organen.
Diese hermetische Gesetzmäßigkeit beschreibt die Einheit aller Dinge. Der Rhythmus der Gestirne, der Lauf der Planeten, die Ordnung des Universums – sie spiegeln sich im feinen Zusammenspiel unserer Organe, Drüsen und Zellen wider. Der Körper ist nicht nur eine Ansammlung biochemischer Prozesse, sondern ein lebendiger Ausdruck seelisch-geistiger Energien.
In einer Zeit, in der immer mehr Menschen den Sinn hinter Krankheit und Krisen verstehen wollen, öffnet sich dieses Wissen erneut. Die Astromedizin spricht eine Sprache, die uns vertraut ist und doch lange vergessen war – die Sprache der Resonanz zwischen Himmel und Mensch. Sie lädt uns ein, Krankheit nicht als Zufall, sondern als Botschaft der Seele zu begreifen und den Körper wieder als weises Gegenüber wahrzunehmen.
So wird die Astromedizin zu einer Brücke zwischen Wissenschaft und Bewusstsein, zwischen traditioneller Heilkunde und moderner Ganzheitsmedizin. Sie erinnert uns daran, dass Heilung dort beginnt, wo wir das Leben als Teil einer größeren Ordnung erkennen – einer Ordnung, die wir in uns selbst wiederfinden können.
Wurzeln der Astromedizin – Vom Asklepios-Tempel zu Paracelsus
Die Verbindung zwischen Himmel und Heilkunst reicht weit in die Geschichte zurück. Schon in den Heiltempeln des Asklepios, dem griechischen Gott der Heilkunst, beobachteten Priester und Ärzte den Lauf der Gestirne, bevor sie Kranke behandelten. Sie wussten: Der Zeitpunkt eines Leidens trägt dieselbe Signatur wie der Moment seiner Heilung.
Hippokrates (460-377 v. Chr.) legte die Grundlagen für die Medizin als Erfahrungswissenschaft. Er gründete auf der griechischen Insel Kos eine Schule. Dort existierte bereits das erste Heilzentrum Asklepios’.
Hippokrates sah die Sterne als Teil der ärztlichen Kunst. Für ihn war die Beobachtung des Himmels ein Weg, den inneren Rhythmus des Menschen zu verstehen – seine körperliche Konstitution ebenso wie seine seelische Verfassung.
„Alles ist mit allem verbunden“
Im Mittelalter führte Hildegard von Bingen (1098-1179) dieses Wissen fort. Sie betrachtete den Menschen als Spiegel des Universums, durchströmt von denselben kosmischen Kräften, die Sonne und Mond bewegen. Sie richtete sich in ihrer Heilarbeit nach den Gestirnskonstellationen aus. Heilung bedeutete für sie, diese Kräfte wieder in Harmonie zu bringen. Paracelsus (1493-1541) schließlich vereinte das alte hermetische Wissen mit der Medizin seiner Zeit. Er sprach von den vier Säulen der Heilkunde: Philosophie, Astronomie, Alchemie und Tugend. Für ihn war der Mensch eine „kleine Welt“ in der großen Welt – der Mikrokosmos, der die Gesetze des Makrokosmos widerspiegelt. Krankheit verstand er als Störung dieses inneren Gleichgewichts, als Entfremdung von der eigenen Natur.

In dieser Tradition steht die Astromedizin bis heute. Sie erinnert daran, dass jedes Organ, jedes Körpersystem, ja jede Zelle in Resonanz mit einem größeren Ganzen schwingt. Während moderne Heilverfahren wie Homöopathie, Bachblüten oder Spagyrik die feinstoffliche Dimension des Menschen wiederentdecken, öffnet die Astromedizin den Blick für ihre ursprüngliche Quelle – den Kosmos selbst.
Grundlagen – Die kosmische Ordnung im menschlichen Körper

Der Tierkreismann aus der Margarita Philosophica von Gregor Reisch von 1503.
Die Grafik zeigt, dass der Tierkreis mit dem Widder und dem Kopf beginnt und bei den Fischen und den Füßen endet.
An dieser Ordnung hat sich bis heute nichts geändert.
Jeder Planet bringt dabei eine eigene Schwingung ein: Sonne und Mond, Venus und Mars, Merkur, Jupiter und Saturn – sie bilden die klassischen „sieben Kräfte“, die in jedem Lebewesen wirken.
Die klassische Astrologie kannte lediglich sieben Planeten. Nach der Einweihungslehre entsprechen sie den sieben untergeordneten Prinzipien. Diese Prinzipien finden sich in der Funktion der Organe wieder. Durch die Entdeckung der überpersönlichen Planeten Uranus, Neptun und Pluto erschloss sich eine neue Dimension in der Astromedizin. Diese drei Planeten symbolisieren übergeordnete geistige Prinzipien. Auf unseren Organismus bezogen, stehen diese Prinzipien für die hormonelle Steuerung. Die sieben untergeordneten Prinzipien zeigen die Endorgane an, deren Funktionsabläufe durch die endokrinen Drüsen gesteuert und reguliert werden.
So wie die Sonne das Herz der Welt ist, ist das Herz das Zentrum des Menschen. Wie der Mond Ebbe und Flut bewegt, regelt er die Rhythmen des Körpers. Mars entzündet, Venus verbindet, Saturn strukturiert, Jupiter dehnt aus – jeder Planet ist Träger einer heilenden oder blockierenden Kraft, je nachdem, wie bewusst wir mit seiner Energie umgehen.
Die Astromedizin betrachtet den Körper daher nicht isoliert, sondern als Resonanzraum der Seele. Sie zeigt, dass hinter jeder körperlichen Störung ein energetisches Ungleichgewicht steht – und dass Heilung dort beginnt, wo der Mensch wieder in Einklang mit seinem inneren Kosmos kommt.
Die Zuordnung zu Körperteilen, Organen und ihren Funktionen am Beispiel des Tierkeiszeichens Widder

In der klassischen Astrologie wird dem ersten Tierkreiszeichen Widder der Kopfbereich zugeordnet.
Die Redewendung „mit dem Kopf durch die Wand“ beschreibt die Willens- und Durchsetzungsstärke dieses Archetyps. Dazu gehören auch die Zähne, um sich durchzubeißen.
Einen weiteren Aspekt der Durchsetzungskraft finden wir in unserem Körper- und Lebenssaft, dem Blut. Insbesondere der rote Blutfarbstoff entspricht der Widder-Energie und dem zugehörigen Planeten Mars. Die roten Blutkörperchen, die Erythrozyten, bestehen aus Hämoglobinmolekülen. Hämoglobin ist eisenhaltig. Es verbindet sich mit Sauerstoff und Kohlendioxid. Das Blut versorgt in dieser lebenswichtigen Funktion die Zellen mit Sauerstoff und transportiert Kohlendioxid aus den Zellen ab. Der Eisenanteil der Erythrozyten steht so für unsere Vitalität und Abwehrkraft. Das Schwermetall Eisen kommt am häufigsten auf der Erde vor. Es wird aus Erzen gewonnen. Bereits im alten Ägypten wurde es zur Waffenherstellung benutzt. Hier finden wir die Analogie zum Kriegsgott Mars.
In der klassisch-homöopathischen Therapie wird Ferrum metallicum in potenzierter Form als Arznei verabreicht. Im Arzneimittelbild spielt dementsprechend Blutarmut ebenso wie Blutfülle, Abwehrsystem und Durchsetzung eine Rolle. Die Ferrum Persönlichkeit ist gekennzeichnet durch einen starken Willen, Entscheidungsstärke und Durchsetzungskraft. An diesem Punkt ist klar, dass auch Muskelkraft und Libido zum Archetypen Widder gehören.
Die Milz ist in der Medizin ein Organ des lymphatischen Systems. In ihr werden Blutzellen auf- und abgebaut. Sie ist das blutreichste Organ und besteht aus nur einem Blutgefäß. Aus diesem Grund ordne ich sie ebenfalls dem Zeichen Widder zu. Bei einer Verletzung wäre der Blutverlust zu groß für den Organismus. Deshalb wird in diesem Fall in der Regel die Milz entfernt. Aus dem alten Volkswissen erinnere ich mich an die Aussage, dass Menschen nach Entfernung der Milz oft unter Depressionen leiden und sich von Wasser angezogen fühlen.
Krankheit aus Sicht der Astromedizin
In der klassischen Medizin wird Krankheit meist als Störung der Funktion oder Struktur verstanden – als etwas, das repariert oder beseitigt werden muss. Die Astromedizin geht einen anderen Weg. Sie betrachtet Krankheit nicht als Zufall, sondern als Ausdruck eines inneren Ungleichgewichts, als Botschaft der Seele.
Wenn ein Mensch nicht in Übereinstimmung mit seinem Wesen lebt, wenn seelische Bedürfnisse unterdrückt oder verdrängt werden, dann verliert auch der Körper seine Harmonie. Der Energiefluss stockt, Spannungen entstehen – zuerst im feinstofflichen, dann im physischen Bereich. Krankheit ist in diesem Sinn ein Signal, das auf eine Disharmonie zwischen Körper, Geist und Seele hinweist.
Jede Krankheit trägt eine tiefere Absicht in sich. Sie fordert uns auf, innezuhalten, hinzuschauen, uns selbst wieder zu spüren. Saturn etwa zeigt, wo wir Verantwortung übernehmen sollen, wo wir uns begrenzen oder überfordern. Mars kann Entzündungen entfachen, wenn angestaute Energie keinen konstruktiven Ausdruck findet. Der Mond offenbart Verletzlichkeit, gespeicherte Gefühle und alte Abhängigkeiten, die nach Heilung drängen.
In der Astromedizin ist Heilung daher kein rein körperlicher Vorgang, sondern ein Bewusstwerdungsprozess. Der Körper spricht, wenn die Seele nicht gehört wird. Symptome sind keine Gegner, sondern Wegweiser.
Paracelsus formulierte es treffend: „Die höchste Arznei ist die Erkenntnis.“ Diese Erkenntnis entsteht, wenn wir verstehen, welche seelische Botschaft sich im Symptom verbirgt. Dann kann der Mensch sich nicht nur körperlich, sondern auch innerlich erneuern.
Die Astromedizin führt so von der Diagnose zur Bedeutung, vom Symptom zur Ursache, von der Angst zur Bewusstheit. Sie lädt uns ein, Krankheit nicht zu bekämpfen, sondern zu verstehen – und dadurch Heilung auf allen Ebenen zu ermöglichen.
Alles ist Energie. Alle Energie folgt physikalischen Gesetzen. Sobald das energetische Gleichgewicht gestört ist, entsteht das, was wir als Krankheit bezeichnen. Ein Ungleichgewicht im Gesamtsystem bedeutet ganz grundsätzlich auf der einen Seite Mangel, auf der anderen Seite Überfluss.
Samuel Hahnemann, der Begründer der klassischen Homöopathie beschrieb drei Phasen der Krankheitsentstehung:
- Zunächst leidet das System unter einem Mangel.
- In der zweiten Phase folgt der Überfluss als Kompensation des Mangels.
- Im Laufe der Zeit bricht die Kompensation zusammen und das Krankheitsgeschehen entwickelt sich in die dritte Phase, die Zerstörung.
Krankheit beginnt im Geist – Heilung beginnt im Geist

Nach meinem Grundverständnis beginnt jede Krankheit auf der geistigen Ebene. Damit beginnt auch die Heilung auf der geistigen Ebene. Dieses Verständnis deckt sich mit den Erfahrungen in der klassischen Homöopathie und anderen ganzheitlichen Therapieverfahren. „Auf der körperlichen Ebene können wir Symptome behandeln, Wunden schließen oder Gewebe entfernen – doch solange wir die seelisch-geistige Ebene nicht einbeziehen, bleibt Heilung unvollständig.“
Das Geburtshoroskop als Diagnoseinstrument
Das Geburtshoroskop ist das energetische Abbild des Menschen im Moment seines ersten Atemzugs. Es zeigt, welche Kräfte in ihm angelegt sind – seine körperliche Konstitution und seine Krankheitsdispositionen, seine seelischen Themen und geistigen Potenziale. In der Astromedizin wird dieses Rad des Lebens zum Kompass, der die individuelle Ordnung sichtbar macht, aber auch zeigt, wo diese aus dem Gleichgewicht geraten ist.
Jede Planetenkonstellation spiegelt ein bestimmtes Funktionsprinzip im Körper wider. Steht beispielsweise Saturn im Widder, kann das auf eine Neigung zu Ablagerungen oder Blockaden im Kopfbereich hinweisen – etwa zu Spannungskopfschmerz oder Durchblutungsstörungen. Mars beschreibt die Dynamik, mit der Lebensenergie umgesetzt wird. Wird sie gehemmt oder unterdrückt, kann sich die Lebenskraft in Entzündungsprozessen oder Verletzungsneigung zeigen. Der Mond weist auf unsere seelische Empfindsamkeit hin – auf die Themen von Geborgenheit, Mutterbindung und emotionaler Versorgung. Er zeigt, wie stark seelische Konflikte den Körper beeinflussen.
Das Horoskop dient dabei nicht nur als ergänzendes Diagnose-Instrument, sondern auch dem tieferen Verstehen. Es beantwortet Fragen wie: Was will mir mein Körper über diese Krankheit sagen? Welches seelische Thema drückt sich durch dieses Symptom aus?
Das Geburtshoroskop ist damit kein starres Schicksalsbild, sondern ein lebendiges Instrument der Erkenntnis. Es macht deutlich, dass Krankheit nicht Strafe, sondern Sprache ist – die Sprache der Seele, die verstanden werden will.
Astromedizin in der Praxis – Heilung durch Bewusstsein und Resonanz
In der praktischen Arbeit zeigt sich, wie unmittelbar die Astromedizin den Menschen berühren kann. Sie ist kein Ersatz für die Schulmedizin, sondern eine Ergänzung, die das Unsichtbare sichtbar macht – die feinstofflichen Ursachen hinter den körperlichen Symptomen. Sie bietet ein Erklärungsmodell, das den Menschen als Ganzes einbezieht: Körper, Seele, Geist und Lebensweg.
Viele Patientinnen und Patienten kommen erst dann zur astrologischen Beratung, wenn sie medizinisch „austherapiert“ sind. Oft liegen keine pathologischen Befunde vor – und doch sind Schmerz und Erschöpfung real. Hier eröffnet das Horoskop einen Zugang zum inneren Geschehen: Es zeigt, wo die Seele blockiert ist, welche Themen unerlöst geblieben sind und was gesehen werden will.
Ein Beispiel ist die Fibromyalgie – eine Diagnose, die meist Frauen betrifft, die lange Zeit über ihre seelischen Bedürfnisse hinweggelebt haben. Im Horoskop zeigt sich dabei häufig eine „Verletzung“ des Mondes, Symbol der Seele, und des Zeichens Krebs, das für Geborgenheit, Fürsorge und emotionale Nähe steht. Oft finden sich Verletzungen in der Mutter-Kind-Beziehung oder ungelöste Konflikte in Partnerschaften. Der Schmerz, den der Körper ausdrückt, ist dann die Stimme einer unterdrückten Seele. Erst wenn die Betroffenen lernen, ihre Gefühle zuzulassen, Grenzen zu setzen und liebevoll für sich selbst zu sorgen, kann der Körper loslassen.
Ein weiteres Beispiel sind transgenerationale Traumata.
Neben Tierkreiszeichen und Planeten verfügt die Astrologie über eine Einteilung des Tierkreises in Häuser, die ihrerseits Lebensbereiche kennzeichnen. Planetenbetonungen in Haus 8 geben beispielsweise Auskunft über unsere Ahnen. Wenn wir anerkennen, dass wir in unserem limbischen System Informationen von bis zu sieben Generationen gespeichert haben, können wir den Wert dieses Instruments schätzen.

Gespräche über die Schicksale von Eltern und Großeltern, über erlebte Verluste oder Ängste, bringen oft erstaunliche Erkenntnisse.
Wenn Unausgesprochenes benannt werden darf, kann Heilung beginnen – nicht nur für den Einzelnen, sondern auch im Familiensystem
Die Astromedizin arbeitet hier oft in Resonanz mit anderen Methoden. Homöopathie, Spagyrik, Bachblüten oder Kinesiologie unterstützen den Heilungsprozess, indem sie die energetische Balance wiederherstellen. Bei tieferen seelischen Verletzungen kann sie Brücken zur Traumatherapie schlagen – etwa zu Methoden wie EMDR oder Releasing, die gespeicherte Emotionen auflösen.
Im Kern bleibt die Astromedizin eine Bewusstseinsarbeit. Sie führt den Menschen dorthin, wo er sich selbst wieder begegnet – zu seinen Gefühlen, seinen Grenzen, seinem inneren Wissen. Heilung entsteht, wenn Erkenntnis und Erfahrung sich verbinden. Wenn der Mensch versteht, warum der Körper spricht, und bereit ist, auf seine Sprache zu hören, beginnt der eigentliche Heilungsprozess.
Die Einbeziehung der aktuellen Konstellationen gibt einen Einblick in den kosmischen Zeitplan. Dieser Plan gibt Zeiträume an, in denen ungelöste Konflikte ins Bewusstsein drängen, um gesehen und gelöst zu werden. Das Horoskop gibt Auskunft über unsere pränatale Zeit und zeigt den Ursprung von Ängsten und Schuldgefühlen aus unserem Ahnengedächtnis. Je nach Weltanschauung stimmen diese Informationen mit Erfahrungen aus früheren Lebenszeiten überein. Somit wird die Astromedizin zu einer wertvollen Unterstützung in der aufdeckenden Therapie.
Last but not least gibt das Wissen um die Astromedizin Auskunft über geeignete Therapieformen, die den Weg der Heilung ergänzen und unterstützen. Mit Chiron verfügen wir über einen Indikator im Horoskop, der anzeigt, wie wir das innewohnende Potenzial der Selbstheilungskräfte erschließen können.
Denn ohne Selbstheilung ist keine Heilung möglich.
Die Bedeutung der Astromedizin in unserer Zeit
Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Wandlung. Strukturen, die lange getragen haben, beginnen sich aufzulösen, und vieles, was bislang im Verborgenen lag, tritt nun ins Bewusstsein. Auch in der Medizin zeigt sich dieser Wandel: Immer mehr Menschen suchen nicht nur nach Symptombekämpfung, sondern nach Sinn und Verständnis.
Die Astromedizin kann in dieser Übergangszeit eine Brücke sein – zwischen alter Weisheit und moderner Bewusstseinsforschung, zwischen Naturwissenschaft und spirituellem Erkennen. Sie öffnet den Blick für die Zusammenhänge zwischen dem äußeren Geschehen und den inneren Prozessen des Menschen.
Wenn wir die Bewegungen der Gestirne betrachten, erkennen wir, dass die großen kollektiven Themen sich im individuellen Erleben widerspiegeln. Der Übergang Plutos in den Wassermann etwa markiert eine Zeit des Bewusstseinswandels: weg von Angst, Kontrolle und Abhängigkeit – hin zu Freiheit, Kooperation und geistiger Offenheit. Diese planetarische Bewegung spiegelt sich auch in der Medizin wider. Die Zeit des reinen „Reparierens“ neigt sich dem Ende zu. Eine neue Medizin entsteht – eine Medizin des Bewusstseins, die den Menschen als schöpferisches Wesen begreift.
In meiner Praxis erlebe ich, dass immer mehr Menschen bereit sind, Verantwortung für ihr Leben und ihre Gesundheit zu übernehmen. Sie spüren, dass der Körper kein Gegner ist, sondern ein Verbündeter. Die Astromedizin hilft ihnen, diese Sprache zu verstehen – nicht mit Dogmen, sondern mit Bewusstsein.
Sie erinnert uns daran, dass wir Teil eines lebendigen Universums sind, in dem alles miteinander verbunden ist. Indem wir lernen, den Himmel im eigenen Inneren zu lesen, beginnen wir, die Ordnung des Lebens wieder zu erkennen. Und in dieser
Ordnung liegt Heilung – für den Einzelnen ebenso wie für die Zeit, in der wir leben.
Heilung beginnt im Bewusstsein
Krankheit ist keine Strafe und kein Zufall. Sie ist eine Botschaft – ein Zeichen der Seele, dass etwas in uns gesehen und verstanden werden will. Wenn wir aufhören, nur gegen Symptome zu kämpfen, und beginnen, die Sprache unseres Körpers zu hören, verwandelt sich Krankheit in Wegweisung.
Die Astromedizin schenkt uns ein Werkzeug, das diesen Prozess bewusst begleitet. Sie zeigt, dass der Körper nichts anderes tut, als die seelischen Spannungen sichtbar zu machen, die unser Bewusstsein noch nicht tragen kann. Erkenntnis ist der erste Schritt zur Heilung.
Heilung heißt, in Einklang zu kommen – mit sich selbst, mit dem Lebensplan, mit der großen Ordnung, der wir alle angehören. Wenn wir die Botschaft hinter dem Schmerz verstehen, lösen sich Widerstände. Das Leben kann wieder fließen, und damit beginnt Genesung – von innen nach außen.
Die Astromedizin verbindet Himmel und Erde, Geist und Materie, Wissenschaft und Weisheit. Sie erinnert uns daran, dass alles, was im Äußeren geschieht, eine Entsprechung im Inneren hat – und dass jeder Mensch die Kraft in sich trägt, Heilung geschehen zu lassen.
Denn das wahre Heilsein beginnt dort, wo Bewusstsein erwacht.
Heide Trautmann
Blieskastel, 24. Oktober 2025
Hinweis:
Der Text ist der Autorenentwurf eines Artikels,
der im HEILKUNDE-Magazin (4/2025 Winter) veröffentlicht wurde.