Sonnenfinsterniss

Finsternisse auf der Mondknotenachse Krebs – Steinbock Teil 2

Zeit der Vergebung

Ringförmige Sonnenfinsternis

Grafik: Sarastro Platin

Am 26. Dezember 2019 findet um 6.14 Uhr MEZ die nächste Finsternis statt.
Es handelt sich um eine ringförmige Sonnenfinsternis bei einem Neumond auf 04°07′ im Zeichen Steinbock. 

Diese Finsternis wird durch eine Konjunktion mit Jupiter auf 5°20′ Steinbock gekennzeichnet.
Uranus bewegt sich auf 2°45′ rückläufig im Stier und bildet ein harmonisches Trigon zur Konstellation im Steinbock.
Uranus-Jupiter-Trigon: die größtmögliche kosmische Unterstützung, glückliche Zufälle, Engel auf zwei Beinen, Türen öffnen sich.

Chiron bewegt sich auf 1°30′ Widder durch den Drachenbauch der Mondknotenachse. Seine Verletzungen wollen verarbeitet werden. 

Chiron im Drachenbauch – die verletzten Krieger suchen Heilung

Die gesellschaftliche Wende, die durch die Finsternisse gekennzeichnet ist, erfordert eine besondere Aufmerksamkeit auf die Energien Chirons. Der verletzte Krieger benötigt zunächst Selbstheilung, bevor er Impulse als Heiler geben und seine Erfahrungen als Lehrer weitervermitteln kann.

In diesem Zusammenhang drängen sich Beobachtungen von mir auf, die ich mit Chiron Widder gemacht habe. Ich erlaube mir einen geschichtlichen Rückblick.

Dritte – Reich – Ideologie

Von 1918 bis 1927 bewegte sich Chiron durch das Zeichen Widder.
Ich erfahre diese Konstellation in der Praxis als Irritation in der Identitätsfindung.
In diesen Jahren bewegte sich Pluto durch das Zeichen Krebs, im Spannungsaspekt zu Chiron Widder.
Jugendliche dieser Jahrgänge wurden durch die Ideologie des Dritten Reiches geprägt.
Da ich durch die Kriegserfahrungen meiner Eltern eine besondere Betroffenheit verspürte, habe ich mich intensiv mit der Zeit des Faschismus auseinandergesetzt.
Die nationalsozialistische Propaganda begann in den 20er Jahren. 1922 wurde der „Jugendbund der NSDAP“ als erste offizielle Jugendorganisation gegründet. Auffallend war, dass die Ideologie Hitlers wenig mit der Realität der Menschen in dieser Zeit zu tun hatte, ebenso wie Hitler selbst überhaupt nicht dem Idealtyp des arischen Mannes entsprach. Doch die meisten Menschen waren so subjektiv, dass ihnen diese und andere Widersprüche nicht aufgefallen sind.

Das Motto von Pluto Krebs setzte sich durch: Wir müssen zusammenhalten und unser deutsches Volk und Vaterland schützen. Dieser Schutz bestand in einer Ausgrenzung und Vernichtung all derer, die sich nicht systemkonform verhielten und eine Bedrohung darstellten.
Ich erfahre diese Konstellation als eine Art Gehirnwäsche für junge Menschen, die sich mit dieser Ideologie identifizierten. So zogen viele junge Männer in den Krieg gegen den definierten Feind, in der Überzeugung, für Familie, Heimat und Vaterland genau das Richtige zu tun. Und diejenigen, die nicht ihr Leben ließen, kamen als verletzte Krieger zurück. Der Krieg war verloren. Das Rechtsbewusstsein wurde auf den Kopf gestellt. Jetzt waren sie nicht die Sieger und Retter, sondern die Verlierer und Schuldigen.
In den Jahren 1943 bis 1945 bewegte sich Saturn durch den Krebs. Diese Zeit steht für Hunger, Verluste, Trennungen und Trauer – Trauer um verlorene Familienmitglieder, eine verlorene Heimat. 

Chiron kommt nach ca. 50 Jahren an seinen Geburtsort zurück

In der Zeit von 1969 bis 1976 bewegte sich Chiron wieder durch das Zeichen Widder.
In den 60er Jahren entwickelte sich eine internationale Friedensbewegung, ausgelöst durch den Vietnamkrieg, der bereits seit 1955 geführt wurde. Er wurde 1975 beendet.
Anfangs stand Chiron Widder in Opposition zu Uranus Waage.
Auch bei dieser Konstellation beobachte ich eine Irrittion bzw. Verletzung der Identität. Mit Uranus in der Opposition stellt sich die Frage: Weiß ich, wer ich wirklich bin oder bemühe ich mich, die Erwartungen meines Gegenübers zu erfüllen? Projektion statt Reflexion erschwert die Identitätsfindung.
1972 kam Pluto Waage hinzu und brachte mit Uranus eine existenzielle Spannung in Beziehungen. Festhalten und loslassen, Kontrolle und Verlustangst- all das sind Konflikte, die ich bei Menschen dieser Jahrgänge beobachte.
1973 brachte Saturn Krebs einen weiteren Spannungsaspekt auf das kardinale Kreuz.
Die unverarbeitete Trauer aus den Jahren 1943 bis 1945 manifestierte sich in der folgenden Generation.

Ich konnte mit zahlreichen PatientenInnen Erfahrungen sammeln.
Demnach überspringen ungelöste Konflikte und Traumata innerhalb eines Familiensystems oft eine Generation und sind dann im Horoskop der Enkel im Ahnengedächtnis zu finden. Wenn ich also nach Vorfahren frage, die etwa 50 Jahre vor ihnen geboren sind, finden wir meist die tiefliegende Ursache aktueller Konflikte und Ängste.

Es ist beispielsweise das Schicksal einer Großmutter, die Kind oder Mann verlor. Oder es ist das Schicksal eines Großvaters, der als verletzter Krieger aus der Gefangenschaft zurückkam. Die Beispiele sind vielfältig. Jedenfalls sind es Erfahrungen von Vorfahren, die bislang nicht gesehen, gewürdigt und geheilt wurden. Die Muster wiederholen sich solange, bis sie gelöst werden.                                                                                                                                                                    

Schatten

Saturn tritt an Plutos Stelle im Zeichen Krebs und bringt die Narben deVorfahren und ihre unverarbeitete Trauer als schweres Gepäck mit. Diese unterdückten Emotionen können sich als Depression bemerkbar machen.

Saturn lädt dazu ein, die Gefühle zu ordnen. Die Familienaufstellung oder systemische Therapie leistet einen großartigen Dienst. Unter Umständen ist eine Traumatherapie sinnvoll, in der Ängste aus dem limbischen System bewegt und gelöst werden.

Zurück zur Gegenwart

Seit April 2018 bewegt sich Chiron wieder durch das Zeichen Widder.
Bei diesem Duchgang befinden sich Saturn und Pluto im Spannungsaspekt im Zeichen Steinbock. Es ist nun die zweite Wiederkehr Chirons im Widder, die ich beobachten kann.
Und was hat sich weiterentwickelt?

Wie leben in einem scheinbaren Frieden. Doch Rüstungsexporte aus Deutschland erreichen in diesem Jahr eine Rekordhöhe. Die rechtsradikale Regierung Ungarns ist der wichtigste Kunde. Weitere Empfänger sind Ägypten, Südkorea, die Vereinigten Arabische Emirate und Saudi-Arabien.

Pluto im Steinbock spiegelt die gesellschaftlichen Auswirkungen von Pluto Krebs und drängt auf Transformation. Reste dieser Ideologie und Strukturen sind in unserem System noch immer deutlich spürbar.

Saturn fordert seit Dezember 2017 zu Konsequenzen auf. Gesellschaftliche Werte kommen auf den Prüfstand. Die Zeit der Patriarchen, Diktatoren und Despoten geht zu Ende. Jeder Stein der Geschichte wird aufgehoben, gedreht und überprüft. Was noch im Schatten lag, drängt ans Licht. Das betrifft meiner Einschätzung nach auch den rechtsextremen Trend.
Sind es nicht auch verletzte Krieger, die aufstehen und nach Heilung suchen?

Es beginnt mit dem Bedürfnis nach Zugehörigkeit. Menschen tun sich mit Gleichgesinnten zusammen, verbinden und verbünden sich. Das Fremde wird als bedrohlich empfunden, ausgegrenzt und bekämpft. Das ist Faschismus.

Wie ich bereits im 1. Teil am 25. Juli dieses Jahres beschrieben habe, bringt der absteigende Mondknoten im Steinbock eine tiefe Verbindung zu unserer Geschichte, zu unseren Zellerinnerungen – für unsere Gesellschaft ebenso für uns persönlich. Ein Blick zu unseren Vorfahren bringt uns in dieser Zeit wertvolle Erkenntnisse. Schattenanteile wollen ans Licht.
Wunden wollen gesehen und geheilt werden.

Die vergangenen Jahre, insbesondere die Zeit ab Dezember 2017, habe ich als ziemlich anstrengend erfahren. Saturn und Pluto brachten Phasen der Stagnation. Sie wirkten wie eine imaginäre schwarze Mauer. Wer damit und dagegen kämpfte, lief Gefahr, sich zu verausgaben und aufzugeben. Entprechende Auswirkungen konnte ich in der Praxis beobachten. Wer gut beraten war, hat die Zeit der Stagnation zur Auswertung des Vegangenen, Neustrukturierung und zur Sammlung für den Neubeginn genutzt.

Am 12. Januar 2020 werden wir die epochale Konjunktion von Saturn und Pluto im 23. Steinbock-Grad erleben. Im November 1982 hatten wir diese Konjunktion im 28. Grad Waage. Neptuns Nebel wurde gelichtet. Unvereinbarkeiten in Beziehungen wurden sichtbar und führten zu einer Welle von Trennungen. Es war eine Zeit von Ende und Neubeginn.

Dieser herausragenden Konstellation geht die letzte Finsternis auf der Achse Krebs-Steinbock voraus. Am 10. Januar 2020 wird sich um 20:22 Uhr MEZ bei Vollmond auf 20° Krebs eine Halbschatten-Mondfinsternis einstellen.

Der Phönix kann wieder aus seiner Asche aufsteigen.

Halbschatten-Mondfinsternis 

Grafik: Sarastro Platin

Am 10. Januar 2020 stehen sich um 20:21 Uhr MEZ Sonne Steinbock und Mond Krebs exakt auf 20°00’13“ Grad gegenüber. Wir haben Vollmond und eine Halbschatten- Mondfinsternis.

Die Finsternis wird ab 19:11 Uhr MEZ in Europa, Asien und Australien sichtbar sein. Allerdings wird es kein spektakuläres Ereignis. Denn der Mond bewegt sich im relativ blassen Halbschatten der Erde und wird sich von daher nicht vollständig verdunkeln.

Jupiter – Die Kraft der Vergebung

Am 2. Dezember ist Jupiter in den Steinbock eingetreten.
Für all die Anstrengungen, die wir unter Saturn Steinbock auf uns genommen haben, für all die Herausforderungen, die wir gemeistert haben, können wir die Ernte einfahren.
Nach einem Transit von Saturn können wir oft erst in der Rückbetrachtung das erworbene Fundament erkennen. Allen, die in den vergangenen Jahren in die Verantwortung für ihre Lebensaufgabe gegangen sind, wird Jupiter ihre Kompetenz spüren lassen und Vertrauen in den zukünftigen Weg geben.

Exakt mit dem Wechsel von Jupiter in den Steinbock konnte ich eine weitere Kraft entdecken – die Kraft der Vergebung. Auf den urteilenden und strafenden Richter Saturn folgt die Amnestie durch den weisen Richter Jupiter. 

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Und hier schließ sich der Kreis.
Mit dem absteigenden Mondknoten im Zeichen Steinbock steigen wir tief hinab in Zellerinnerungen von Urteil und Strafe.
Mit dem aufsteigenden Mondknoten im Zeichen Krebs erschließen wir uns unterdrückte Emotionen, Verletzungen und Wunden.
Wir leben unsere Empfindungsfähigkeit, um unsere Mitmenschen und ihre Beweggründe zu verstehen. Wir fühlen die Resonanz in uns und können auch uns verstehen.
Jupiter verhilft zu positiven Erkenntnissen. Alles hatte eine Berechtigung, alles hatte einen höheren Sinn.
Sobald wir verstehen, ist das Vergeben ein leichtes Spiel.
Das ist das Wichtigste. Denn nur so ist tiefe Heilung möglich.

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                                     Ich wünsche uns allen eine gnadenreiche Zeit.


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